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Fürsorge

Was sie ist, und was sie nicht sein kann.
Für jemanden sorgen. Für etwas sorgen. Für mich sorgen. Für uns sorgen.

Etwas anderes als mich sorgen um etwas oder jemanden.

Fürsorge ist DA SEIN für jemanden oder etwas. Zur richtigen Zeit. Stimmig. Freiwillig. Gewählt. Präsent, offen, lauschend, urteilsfrei, projektionswach, unterscheidungsfähig. Fühlend, feinstofflich wach, grobstofflich wach.

Wie geht mein Atem? Wie geht Dein Atem? Braucht jemand etwas zu essen? Ist es zu laut hier? Oder zieht es? Höre ich unseren Herzschlag? Spüre ich den Geist unseres gemeinsamen Raumes? 

Ist dieser Gedanke jetzt wahr? Und noch wichtiger: “Wähle ich ihn?

Bin ich wach genug für Wahrheit in mir und zwischen uns?

Bin ich stabil genug für Liebe in mir und für Dich?

Habe ich jemals meinen eigenen inneren Stand gespürt? Oder Deinen?

Sind meine Füße warm? Und Deine Hände? Bist Du entspannt? Und ich? Ist es still genug, um wirklich hören zu können, was gerade IST? Fühle ich mich grundsätzlich gehalten vom Leben?

Fürsorge scheint eine vergessene Qualität und Haltung zu sein. Sich sorgen – ja. Sich aufopfern – ja. Sich aufreiben, sich stressen, sich überfordern, sich ärgern, jammern, projizieren, Schuld verteilen.

Doch wo ist der Wert in allem? Und wer schöpft gerade bewusst Wert? Können wir den Wert noch sehen? Den Wert, ein Mensch zu sein. Ein ganz junger, ein ganz alter. Ein Mensch, 
ein Lebe-Wesen.

Ja, das Leben trägt und hält. Und in allem Sinn und Unsinn findet sich immer ein größerer Sinn.

Fürsorge ist das ELT (Extremely Large Teleskope), das den Sinn immer klar im Auge behält und sich selbst und uns alle beständig an ihn erinnert.

Nachklang Wir werfen immer noch Bomben auf Kinder und finden dafür Gründe. Das Wort Grund stammt aus dem urgermanischen und bezeichnet ein Fundament – das am tiefsten Liegende. 
Ein großer Teil unserer ältesten Generation Weisheit heute zieht sich von den Traumata des letzten Weltkrieges ins Vergessen und Gebrechen zurück. Und wir sind als Gesellschaft und oft auch individuell unvorbereitet und am Rande unserer Kapazitäten damit, für sie zu sorgen. Und unsere neuen Generationen verstehen unsere Gründe nicht und erkennen unsere Fundamente nicht mehr. Wir selbst zweifeln an unseren Gründen. Weil sie kein Fundament mehr bilden. 
Das Leben ist unser Fundament. Und es braucht Fürsorge – aus wacher innerer Führung heraus – wie jeder gute Boden und jedes Fundament, auf dem wir etwas Wertvolles sähen, um es zur richtigen Zeit zu ernten.