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Lebensmüdigkeit – was ist das?

Notizen aus meinem Leben.
Heute morgen wachte ich auf mit sorgenvollen Gedanken über einen Menschen, den ich liebe. Ich folgte ihnen einen Moment, ohne sie mir wirklich bewusst zu machen. Und sie bewegten sich weiter in echte Angst hinein. Jetzt war ich wach für meine Gedanken. Ich stellte mich ans Fenster und blickte in den Schnee und atmete. Innerhalb von Sekunden tauchte eine Frage in mir auf: Warum denke ich das? Und als nächstes kam: Du denkst es als Projektion nach Außen – auf andere. Was ist mit Dir? Mir wurde bewusst, dass etwas, was ich als Lebensmüdigkeit bei einem anderen Menschen wahrnahm – natürlich – etwas mit mir zu tun hatte. Und ich fragte weiter: Ich??? Lebensmüde? Und die Erkenntnis kam postwendend: Es ist ein unterschwelliges Gefühl, dass mich schon ein Leben lang begleitet. Heute nahm ich es noch als ganz feines Rinnsal in den tiefsten Tiefen meines Bewusstseins wahr. Viele nennen es Lebensmüdigkeit. Und heute morgen wurde mir bewusst, was es wirklich ist. 

Lebensmüdigkeit ist eine Verwechslung. Wir sind niemals müde vom Leben. 

Wir sind müde von unseren Sorgen und Ängsten, dem alltäglichen Kämpfen und Abmühen in (Gedanken/Verhaltens/Zeit/Werte)Systemen, die uns einengen, jagen, bedrängen, reduzieren, verwirren, irritieren, entwerten, stressen, klein machen – und unserem eigenen System total fremd sind. Und wir sind müde davon, uns auf diese Weise von uns selbst und anderen zu entfernen. 

Leben ist etwas anderes als tägliches Sich-Sorgen. Meine Einladung ist, das Sich-Sorgen zu wandeln in Atem. Und damit in ein Sorgen für – zB Wachheit, Verbindung, Fülle und Klarheit in mir, meinem Körper und meinen Gedanken. 

Dann erkennen wir, dass wir des Lebens niemals müde werden. Nur des Sorgens.

Mit dieser Müdigkeit haben wir mehr als Recht – und Glück. Sie ist ein Weckruf.

Einen glücklichen Tag für Euch alle!

Dieser Text wurde ursprünglich am 03.02.26 auf meinem Substack-Kanal
 veröffentlicht. Er bildet eine wichtige Säule in meiner fortlaufenden inneren und äußeren Systemanalyse und ist Teil der konzeptionellen Vorarbeit für mein erstes Buch über Unity Leadership.