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Paris im August

Mein Tag mit Rodin und sein Ursprüngliches Sehen.
Fast 30 Grad im Schatten. Knallblauer Himmel. Zwei Kaninchen direkt vor meiner Nase im Jardin des Missions Étrangères mitten in im 7. Arrondissement. Dieses Gefühl von Schmetterlingen im Bauch und Leichtigkeit im Kopf. Meinen wunderschönen, gemieteten Defender, den ich endlich einmal fahren wollte, mit viel Rangiererei im Park & Ride von Disneyland untergebracht, da mir ob der kurzfristigen Planung die Vignette für Paris fehlte. Und eine quicklebendige Fahrt mit RER und Métro, auf der ich eine bunte Vielfalt and Menschen erleben durfte, wie lange nicht mehr.

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Meine Seele schickte mich mitten im August nach Paris, um einen Tag im Musée Rodin zu verbringen. Warum, wusste ich nicht. Ich wusste nur, dass ich fahren würde. Denn es zog mich. Widerspruch ausgeschlossen. Auch das Timing schien außerhalb meiner Kontrolle. Bis ich wusste, dass es soweit war. Ich war entspannt. Meine Zeit als Königin der Planung mit unzähligen Krakenarmen, die immer alles gleichzeitig regelten, ist vorbei.

Vor ungefähr 30 Jahren war ich schon einmal an diesem ganz besonderen Ort. Mein Mann damals wollte nach 2 Stunden weiterziehen. Ich hätte am liebsten im Musée Rodin übernachtet – so wie mein Sohn Leo es mit 5 Jahren zuhause in unserem kleinen Spielwaren-Dorfladen immer wollte. Daher war der Ruf meiner Seele vor ein paar Wochen zwar sehr unlogisch, weil ich in diesem Sommer gar nicht explizit nach Paris wollte. Gleichzeitig gab es in meinem Herzen schon die Resonanz mit Rodin. Und ich wusste, ich würde im Laufe der Reise verstehen, worum es dabei für mich ging. Ich verstand. Und davon will ich Euch heute erzählen.

August Rodin und das ursprüngliche Sehen

Auguste Rodin (1840-1917), war ein französischer Bildhauer und Zeichner, der als einer der ersten mit den starren Schönheitsidealen der damals vorherrschenden akademischen Salon-Kunst brach. Gleichzeitig behielt er die alten Traditionen im Blick. Insbesondere Michelangelo soll ihn fasziniert haben. Man sagt, Rodin verstand sich und seine Kunst als Brücke zwischen Gestern und Morgen. Was mich an seiner Kunst fasziniert ist, dass ich sie fühlen kann. Vor allem fühle ich den Prozess, den seine Skulpturen durchlaufen haben müssen, wenn er sie aus einem unförmigen Klumpen Ton entstehen ließ.

Wie schaffte er es, so etwas wie den Denker oder den Kuss (zwei seiner sehr bekannten Werke) zu formen, zu formen und zu formen? Vor allem – wie konnte er in sich selbst das Bild dessen, was er erschaffen wollte, kreieren und halten – bis ins kleinste Detail und solange, bis es dann auch für alle anderen Form und sichtbare Realität wurde? Ich glaube, Rodin besaß eine Gabe, die viele Künstler und Künstlerinnen in unterschiedlichen Ausprägungen besitzen. Ich nenne diese Gabe ursprüngliches Sehen.

Ursprüngliches Sehen ist auch etwas, das ich von mir selbst kenne. Wenn mir jemand seine alte Geschichte erzählt, sehe ich immer auch schon seine neue. Es gibt dann keine Emotion und keine dramatische Erzählung, die mich erschüttern oder gar daran hindern könnte, die neue Geschichte zu sehen – und damit die Möglichkeiten, die sich für einen Menschen aus seinen alten Erfahrungen und Denkweisen heraus für seine Gegenwart und Zukunft ergeben.

Ich weiß unerschütterlich, dass alles – auch das, was uns im Leben absolut unerträglich oder nicht der Rede wert erscheint – immer eine Einladung des Lebens zu mehr für uns ist. So, wie für Rodin ein Klumpen Ton, niemals einfach nur ein Klumpen Ton war, sondern eine Einladung, mehr darin zu sehen und ihm eine neue Form zu geben, neues Leben einzuhauchen. Unter seinem Blick wurde Ton lebendig. Und sein Werk berührt seitdem Menschen überall auf der Welt. So, wie mich.

Wertschätzung ist Wertschöpfung

Mein Tag mit Rodin im August in Paris erinnerte mich daran, was meine Fähigkeit des ursprünglichen Sehens in jeder Situation, jeder Beziehung und jeder Entwicklung bedeutet. Und dass ein anderes Wort für mein ursprüngliches Sehen, Wertschätzung ist. Ich meine hier Wertschätzung nicht im landläufigen Verständnis als ein Dank, der als Reaktion auf bestimmte Handlungen oder Worte gegeben wird. Diese Wertschätzung, ist keine Reaktion. Sie ist selbst der Impuls, das Wissen und der Kanal für etwas Neues.

Durch meinen Tag mit Rodin begann ein tiefes Verständnis in mir zu dämmern, dass Wertschätzung als Ausdruck ursprünglichen Sehens, der Schlüssel zum Bewusstsein unserer Verbundenheit ist – mit Allem Was Ist. Wertschätzung ist Wertschöpfung im direktesten Sinne. Wertschätzung, wenn sie sich als ganze Kraft entfalten will, ist weder Technik noch Praxis. Sie ist eine verkörperte Frequenz. Diese Frequenz verkörperte Rodin auf seine ganz besondere Weise. Daher war er damals tatsächlich in der Lage, eine Brücke zu bauen zwischen Vergangenheit und Zukunft. Und seine Werke bleiben zeitlos.

Ich will mich nicht mit Auguste Rodin und seiner Kunst vergleichen. Das wäre unsinnig. Doch in der Fähigkeit des ursprünglichen Sehens, das in der Lage ist, etwas Neues zu sehen und es sogar in der Essenz zu begreifen, solange es noch formlos und unsichtbar ist, sind wir uns nahe. Diese Kapazität, bedingungslos – weil ohne die Bedingung einer bereits existierenden äußeren Form, auf die wir reagieren können – zu sehen und innerlich, dem eine Form zu geben, was dann im Außen erschaffen werden kann, ist eine Fähigkeit, die Brücken baut zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Seelengeführt Brücken bauen zwischen Vergangenheit und Zukunft

Für mich geht es darum, Brücken zu bauen zwischen einer Vergangenheit in alten Geschichten, die im Überlebensmodus und einem Bewusstsein von Trennung, Schuld und Mangel begannen und einer Zukunft mit neuen Geschichten im Schöpfungsmodus, die heute im Bewusstsein von Verbundenheit mit Allem Was Ist ihre Wurzeln finden. Klingt das zu hochgegriffen? Ich finde nicht. Angesichts all dessen, was wir Menschen seit Beginn der Zeitrechnung bereits alles auf die Beine gestellt haben, erscheint es mir nur angemessen.

Wir Deutschen sind das Land der Dichter und Denker. Ja, da gibt es auch einige andere Geschichten. Doch sowohl wir, als auch Europa und die Welt sind absolut im Stande, unseren Seelen die Führung zu übergeben und etwas Neues zu erschaffen aus dem Unsäglichen, dem Unüberschaubaren und dem Undenkbaren, das offenbar auch da sein muss, damit wir wieder Ursprüngliches Sehen integrieren, und einem neuen Bewusstsein Raum und Ausdruck geben können.

Seelengeführt leben, bedeutet als Menschen unterwegs zu sein, die in sich selbst zuhause – integer – und liebend sind. Liebend nicht als Reaktion auf etwas Angenehmes, dass von außen zu uns kommt. Liebend als Frequenz, als inneres Zuhause, als souveräner, innerer Impuls, der keine Bedingungen braucht, um zu sein. Das zu lernen, ist krass. Es fordert alles von Dir. Du kannst nicht mehr projizieren, nicht mehr urteilen, nicht mehr anderen und nichts im Außen mehr die Schuld für irgendetwas geben. Denn damit gäbest Du die Verbindung zu Deiner Seele und so Deine wahre Macht und Souveränität wieder auf – die Du ohnehin niemals in äußeren Umständen findest. Stattdessen wirst Du immer unterscheidungsfähiger, klarer, konsequenter, friedlicher, froher, freier, verbundener und echter. Nicht alle werden mitgehen. Einige werden. Und es kommen andere hinzu, mit denen Du Nähe, Freiheit und Kreativität wie nie zuvor erlebst.

Du lernst, die Verantwortung für Dein Leben und Erleben bei Dir zu lassen – und die Verantwortung für das Leben und Erleben anderer bei ihnen. Und dann kommt der Punkt, an dem Du so weit gegangen bist, dass Dein Glaube, von irgendetwas getrennt zu sein, zu wanken beginnt. Denn je klarer und verbundener Du in Dir stehst, umso stärker wird Deine Wahrnehmung für Deine Verbundenheit mit allen und allem anderen. Bis Du bereit bist, den alten Glauben an Trennung aufzugeben. Hier beginnt Einheitsbewusstsein.

Der Schlüssel zum Tor fürs Bewusstsein der Verbundenheit mit ALLEM WAS IST

Der Schlüssel zum Tor für diese neuen Wahrnehmung und Lebenshaltung ist die verkörperte Frequenz der WertschätzungSie ist meine Seelenfrequenz. Und Menschen wie ich sind hier, um Dich an sie zu erinnern. Wenn Du sie integrierst, und wieder damit beginnst ursprünglich zu sehen, vollzieht sich Dein Shift ins Bewusstsein der Verbundenheit mit Allem Was Ist.

Vielleicht kann mal jemand ein anderes deutsches Wort dafür erfinden. Vielleicht werde ich es sein. Diese Begrifflichkeiten sind im Deutschen noch so unhandlich in einer Gesellschaft, die es nicht mehr gewohnt ist poetisch oder sogar mystisch zu denken, zu fühlen und zu sprechen. Im Englischen, der Sprache der Engel, klingen diese Worte viel weniger holprig. Doch darüber denke ich morgen nach.

Heute will ich Dich, als Menschen, der seelengeführt lebt und andere Menschen führt, einladen, den Schritt ins Bewusstsein der Einheit zu wagen. Dein Schlüssel ist die Frequenz der Wertschätzung. Denn Wertschätzung ist Wertschöpfung. Und ich bin hier, um Dich an diese Frequenz zu erinnern, sie mit Dir zu entschlüsseln. Und ich bin an Deiner Seite, während Du sie für Dein Leben und Dein Wirken integrierst. 

Solange wir nicht shiften, haben wir ein mieses Blatt für all das, was wir uns heute global wünschen. Es ist, als würden wir versuchen, uns abzutrocknen, während wir unter der voll aufgedrehten Dusche stehen bleiben.

Und ich weiß genau, dass dieser Shift gelingt.

Nachklang

Lieber Auguste Rodin, besonders liebe ich Deinen Denker, und ich feiere Dich für Dein Werk und die Inspiration, die es mir schenkt. Für alle, die den Denker – Le Penseur – in voller Größe treffen wollen, er steht ganz vorn rechts im Eingangsbereich des Skulpturenparks vom Musée Rodin in Paris. Und so schön unser Denken ist, und so sehr ich Logik liebe – Denken allein ist nicht die Lösung. Wir sind eingeladen, neue Gedanken zu denken und sie mit allen Sinnen in uns zu fühlen und ursprünglich zu sehen. Dafür müssen wir aus den Duschen der Vergangenheit heraustreten. Und vermutlich können wir sie dann irgendwann sogar ganz ausdrehen.