Wofür Unity Leadership steht. Und worum es ihr geht im Alltag von Führung, Verantwortung, Beziehung, Liebe, Wohlstand und Macht.
Lebendiges Wissen ist in meiner Erfahrung etwas, das niemals abschließend feststeht und sich idealerweise selbst beständig neu reflektiert, ausdehnt und vertieft. Daher ist Wissenschaft für mich auch eine Disziplin, die sich stabil in der Entwicklung befindet und vermutlich niemals ein absolutes Ende erreicht, solange Menschen denken können.
Mein lebendiges Wissen der vergangenen drei Jahrzehnte in den Themen Leadership, Beziehung und Wertschöpfung habe ich hier in einer Art Leitartikel für meine Leser und Leserinnen zusammengefasst. Ich möchte damit allen in meiner Community eine Orientierung geben zu den Themen, in die ich mit meinen Texten einlade, und die ich gemeinsam mit Euch und allen, die mit mir leben und arbeiten, täglich erforsche und weiter entwickle.
Über das Teilen Eurer Gedanken, Fragen und Impulse dazu freue ich mich stets sehr und antworte persönlich auf jeden Eurer Kommentare.
Führung und Verantwortung neu gedacht
Unity Leadership übernimmt bewusste Verantwortung für die Geburt einer Welt, die bereits existiert – insbesondere dort, wo wir sie mit unseren physischen Augen noch nicht sehen können.
Sie tut dies, indem sie ihre Aufmerksamkeit und alle wesentlichen Ressourcen den Problemen entzieht, und sie darauf richtet, im eigenen Innen und Außen die Bedingungen zu erschaffen, die die Welt, die sie sehen will, auf direkte Weise nähren und schützen.
Die meisten unserer bisherigen Systeme lehren uns, unsere Aufmerksamkeit auf bestehende Probleme zu richten. Wir identifizieren sie, analysieren sie, benennen ihre Ursachen, suchen Verantwortliche, entwickeln Strategien zu ihrer Beseitigung und investieren enorme Ressourcen an Aufmerksamkeit, Zeit, Geld, Kommunikation und menschlicher Kraft.
Doch wenn zum einen alles Energie ist – und hierüber gibt es keinen Zweifel mehr – und zum anderen Energie unserer Aufmerksamkeit folgt – und das tut sie erwiesenermaßen – dürfen wir uns bewusst fragen, welcher Welt die Investitionen zufließen, die wir jeden Tag in Beziehungen, Projekte, Maßnahmen, Recherchen, Gespräche und Gedanken tätigen:
Fließt unsere Energie der Welt zu, die wir verändern wollen?
Oder fließt sie in die Welt, die wir erschaffen wollen?
Beide Welten sind auf einem Planeten der Polaritäten immer zeitgleich existent. Die eine stammt aus der Vergangenheit. Sie wurde erschaffen und geboren aus früheren Entscheidungen. Und sie ist JETZT sichtbar. Die andere Realität entsteht immer zeitgleich und als Konsequenz und Gegenpol energetisch mit. Sie ist im JETZT noch nicht physisch sichtbar.
Sind wir in der Lage, diese nicht-physische Realität in der Gegenwart wahrzunehmen, gibt uns das die Möglichkeit, unsere Aufmerksamkeit und unsere Entscheidungen auf sie zu auszurichten.
Damit nähren, hüten und gebären wir eine neue Realität.
Halten wir unsere Aufmerksamkeit jedoch vorwiegend in einer Realität, die das Echo der Vergangenheit ist, wiederholen wir die Vergangenheit – auch, wenn sie an der Oberfläche ein anderes Gesicht zu haben scheint.
Einer meiner zwei Väter hätte an dieser Stelle gesagt: Das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche. Und obwohl er als Internist überwiegend an das glaubte, was seine Diagnostik zeigte, schien er doch im Laufe der Jahre immer mehr zu erahnen, dass dem menschlichen Körper eine heilige Intelligenz innewohnt, die die Wissenschaft vielleicht niemals ganz erfassen wird. Weil sie nicht konzeptionell ist, sondern nur erfahren werden kann.
Unity Leadership gibt dieser Intelligenz täglich Raum. Denn durch sie sind wir in der Lage, mehr zu verstehen, als unser Verstand allein es vermag, und mehr wahrzunehmen, als unsere physischen Sinne es uns erlauben. Das schenkt uns die Wahl einer neuen Realität und die Möglichkeit, bewusst in sie zu investieren.
Daher ist die erste Verantwortung von Unity Leadership in jedem Kontext die Gestaltung innerer und äußerer Bedingungen, die diesen Raum ermöglichen.
Das Sichtbare ist nicht die ganze Wirklichkeit
Nichts ist falsch daran, eine bereits sichtbar gewordene Realität, die wir verändern wollen, genau zu betrachten. Im Gegenteil. Wir wollen wissen, womit wir es zu tun haben. Die Zahlen liegen auf dem Tisch. Der Konflikt ist ausgebrochen. Die Beziehung steckt in einer Krise. Das Unternehmen verliert Geld. Ein gesellschaftliches System funktioniert nicht mehr. Ein Körper zeigt Symptome. Etwas tut weh, macht Angst, erschöpft.
All das ist real und das Ergebnis dessen, was zuvor gedacht, gefühlt, entschieden, getan, unterlassen, strukturell angelegt und über längere Zeit mit Energie versorgt wurde. Es ist bereits gewordene Schöpfung.
Wir müssen sie sehen und anerkennen als Kreation, zu der wir direkt oder indirekt beigetragen haben und es womöglich noch tun. Wir müssen bereit sein, Konsequenzen zu tragen, gegebenenfalls handeln, Grenzen setzen, Schaden begrenzen.
Und wir haben die Wahl, uns für Widerstand und Kampf zu entscheiden. Oder wir treffen die Entscheidung, sie als Beweis für die gleichzeitige Existenz einer neuen Realität zu würdigen, die wir sowohl wahrnehmen als auch nähren können. Aus dieser Haltung heraus fallen Widerstand und Kampf gegen Unerwünschtes weg. Stattdessen investieren wir unsere Energie wirkungsvoll in Richtung der Veränderung, die wir sehen wollen.
Das Sichtbare ist Vergangenheit im Jetzt.
Das Unsichtbare ist Gegenwart im Jetzt.
Und Zukunft entsteht aus dem, was wir Jetzt nähren.
Das bedeutet, wir wählen nicht zwischen Realität und Fantasie. Wir wählen zwischen zwei Dimensionen gegenwärtiger Realität – dem bereits Manifesten und dem noch nicht Manifesten.
Unity Leadership fragt: Welche Realität nähre ich gerade?
Die Blaupause für Schöpfung – Kinder
Lasst uns das Ganze auf eine Weise betrachten, die die meisten Menschen gut nachvollziehen können.
Eine schwangere Frau weiß, dass ihr Kind existiert, lange bevor die Welt es sehen kann. Manchmal sogar noch vor der Empfängnis. Das Kind ist keine Fantasie und keine positive Zukunftsvision. Es ist gegenwärtig. Es ist lediglich noch nicht in der Form manifest, in der es eines Tages für alle sichtbar sein wird. Doch eine Mutter muss nicht wissen, woher seine Seele kommt, wie sein Herz entsteht, wie sich sein Nervensystem entwickelt oder wie Billionen biologischer Vorgänge miteinander koordiniert werden.
Sie erschafft ein Kind nicht durch Willensanstrengung. Aber sie kann etwas Entscheidendes tun: Sie kann die Bedingungen schaffen, unter denen das bereits Angelegte bestmöglich – in ihr – wachsen kann. Und der Vater des Kindes kann seinerseits die Bedingungen schaffen, unter denen die Mutter dies für ihr Kind bestmöglich gewährleisten kann. Für mich ist dies eines der tiefsten und umfassendsten Bilder von Unity Leadership.
LeaderInnen müssen nicht alles konzipieren, kontrollieren und durch eigene Anstrengung hervorbringen. Aber LeaderInnen müssen sehen können. Nicht nur das, was bereits sichtbar ist. Sondern auch das, was gleichermaßen da ist, noch bevor es sichtbar wird.
Ich nenne diese Fähigkeit Primal Vision oder Ursprüngliches Sehen. Es ist die Fähigkeit, Realität wahrzunehmen, bevor sie sich vollständig materialisiert. Wie ein Bildhauer, der die Gestalt bereits im Stein sieht. Er fragt nicht: Was könnte ich erfinden? Sondern: Was ist bereits existent, das hier sichtbar werden will?
Traditionelle Führungsvision fragt: Welche Zukunft wollen wir kreieren?
Unity Leadership und Primal Vision fragen: Was ist schon da, und will durch uns sichtbar gemacht werden?
Die erste Bewegung ist aktive Konstruktion.
Die zweite Bewegung ist aktive Empfänglichkeit mit der wir das Leben erlauben.
Alignment – Aus welcher inneren Verfassung sehen wir?
Damit stellt sich eine weitere Leadership-Frage, die jeder äußeren Strategie vorausgeht: Wer sieht gerade?
Denn wir nehmen ein und dieselbe Situation vollkommen unterschiedlich wahr, je nachdem, aus welchem inneren Zustand heraus wir sie betrachten.
Angst – abgeleitet vom Urgermanischen Wort für ‘eng’ – sieht andere Möglichkeiten als Vertrauen. Kränkung sieht etwas anderes als Souveränität. Mangel sieht etwas anderes als Fülle. Druck sieht etwas anderes als Gelassenheit. Trennung sieht etwas anderes als Verbundenheit.
Unity Leadership beginnt daher mit der eigenen inneren Verbundenheit – dem eigenen Alignment. Mit der Verbindung zur eigenen Seele, aus der eigenen Quelle, in ganzheitlicher Wahrnehmung. Mit der Fähigkeit, von innen heraus zu denken, zu fühlen, zu sehen und zu sein. Sehe ich meine Welt gerade aus innerer Enge oder aus innerer Weite?
Das ist Führungsinfrastruktur. Denn die Qualität unserer Entscheidungen kann nicht dauerhaft höher sein als die Qualität des Bewusstseins, aus dem heraus wir sie treffen. Damit meine ich nicht, immer glücklich, positiv oder ausgeglichen zu sein. Wir können uns wütend fühlen. Traurig. Erschüttert. Ratlos. Enttäuscht. Die Frage ist nicht, ob wir unangenehme Zustände erleben. Die Frage lautet: Sind wir in der Lage, diese Zustände als Orientierung zu würdigen und zu nutzen, um immer tiefer in der Verbundenheit mit unserer Quelle und in der Klarheit, die sich von hier aus zeigt, zu landen?
Integrität – Die Disziplin, ganz zu bleiben
Integrität bedeutet im Lateinischen Ganzheit und bezeichnet unsere energetische Unverletztheit im Zustand von Alignment – der Kohärenz zwischen Körper, Geist und Seele oder auch der Übereinstimmung von innerem und äußerem Wesen. Was unsere innere Ganzheit verletzt und für den größten Energieverlust im eigenen und gesamten System sorgt, sind Schuldzuweisung und Negativprojektion. Daher ist das freiwillige Ziehen einer Null-Toleranz-Linie für Schuld und Negativprojektion eines der wichtigsten Prinzipien von Unity Leadership. Es ist keine Forderung ans außen, sondern eine Leitlinie für innere Führung. Nicht aus moralischer, sondern aus schöpferischer Verantwortung heraus.
In dem Moment, in dem ich einen anderen Menschen oder einen Sachverhalt zur Ursache meiner inneren Wirklichkeit und zum Schuldigen für meinen Zustand erkläre, verlagere ich meine Aufmerksamkeit und meine Macht nach außen. Meine Gedanken und damit meine Energie beginnen sich um diesen Menschen oder eine Situation zu drehen. Ich beobachte. Bewerte. Bekämpfe. Erkläre. Rechtfertige mich. Versuche, zu verändern. Meine Energie verlässt mein eigenes System. Einer meiner ersten Weisheitslehrer pflegte zu sagen: Du betrittst den Berg eines anderen Menschen. Dann wird es auf dem fremden eng, und der eigene ist verwaist. Schuldzuweisung ist daher mit schöpferischer Selbstverantwortung nicht vereinbar. Sie lokalisiert meine Macht dort, wo ich sie nicht mehr ausüben kann – außerhalb meiner selbst.
Dasselbe gilt für Negativprojektion. Wenn ich einen Menschen vollständig mit meiner Geschichte über ihn verwechsle, kann ich ihn nicht mehr ursprünglich sehen. Das bedeutet keineswegs, Verhalten nicht klar zu differenzieren. Ich bleibe unterscheidungs- und wahlfähig. Ich kann sagen: Das akzeptiere ich nicht. Diese Grenze gilt. Diese Zusammenarbeit endet. Diese Entscheidung trage ich nicht mit. Ich wähle etwas anderes.
Doch, solange ich es tue, während ich noch einen anderen Menschen oder einen Sachverhalt innerlich zur Ursache und zum Problem mache, bleibt ein wesentlicher Teil meiner Energie dort und damit außerhalb von mir selbst gebunden. Sogar, wenn ich den anderen um die Ecke bringe, ein Organ in meinem Körper herausschneide oder Sanktionen gegenüber einem anderen Land verhänge, ändert sich das nicht. Denn solange ich nicht ganz in mir bin, habe ich keinen Zugang zu der Klarheit, die mich sowohl empfänglich als auch wirkungsfähig im Sinne einer Veränderung macht, die die Integrität aller Beteiligten wahrt. Letzteres ist die Voraussetzung für nachhaltigen Frieden.
Unity Leadership verpflichtet sich der eigenen Ganzheit, und damit der Bereitschaft, die Ganzheit aller anderen ebenfalls zu würdigen.
Denn nur im Zustand innerer Ganzheit bin ich in der Lage, eine umfassende Klarheit über Beziehungen und Situationen zu gewinnen, die sowohl die alte Realität anerkennt, als auch die neue Realität als Wahlmöglichkeit gewinnt.
Beziehung – Restauration von Liebe und Macht
Gleichzeitig existieren wir als Menschen nie isoliert. Und Schöpfung geschieht immer in Beziehung zu Menschen, Ressourcen, Ideen und zum Leben selbst.
Unity Leadership ist deshalb immer auch Beziehungsführung. Und dabei treffen zwei Kräfte aufeinander, die Menschen seit Jahrtausenden beschäftigen: Liebe und Macht. Liebe und Macht sind universelle Kräfte und Fähigkeiten, die jeder Mensch grundsätzlich besitzt. Liebe ist die Kraft, die den Raum gestaltet, in dem unsere Beziehungen stattfinden. Macht ist die Fähigkeit, diese Beziehungen zu erschaffen. Zu Lebewesen, Situationen und Ressourcen gleichermaßen.
Somit sind weder Macht noch Liebe gut oder schlecht. Sie existieren. Und sie stehen jedem Menschen zur Verfügung. Bedingungslos. Und jeder Mensch ist grundsätzlich frei darin, innere und äußere Bedingungen für sich zu gestalten, in denen seine Liebe und Macht optimal fließen können.
Macht in diesem Sinne hat nichts mehr mit Dominanz zu tun. Denn wenn jeder sie grundsätzlich hat, und sie als Quelle seines Wohlstandes begreift und nutzt, wird Dominanz überflüssig. Und Macht kann gemeinsam im Sinne kreativer Schöpferkraft potenziert werden. Liebe in diesem Sinne hat nichts mehr mit Besitzansprüchen zu tun. Denn wenn jeder sie hat, muss niemand mehr dafür kämpfen, sich opfern, manipulieren oder konkurrieren. Sie wird freiwillig geteilt und so vervielfältigt.
Sowohl Macht, als auch Liebe sind hier nicht mehr von äußeren Bedingungen abhängig. Sie werden im eigenen Inneren genährt, gehütet und gelebt.
Unity Leadership übernimmt Verantwortung für diese Verkörperung von Liebe und Macht, und stellt keine Forderungen an ihr Außen, weil sie die Bedingungen dafür in sich selbst kreiert.
Wenn wir die Bedingungen für Liebe und Macht in uns selbst kreieren, machen wir andere Menschen oder Umstände nicht mehr verantwortlich für unsere Lebensumstände.
Wenn Du Dich verändern würdest, wäre ich glücklich.
Wenn Du mich wählen würdest, wäre ich wertvoll.
Wenn Du mir zustimmen würdest, könnte ich vertrauen.
Wenn Du mir mehr gäbest, hätte ich genug.
All diese Denkbewegungen verlagern die Bedingungen unseres eigenen Seins nach außen. Unity Leadership dreht die Richtung um.
Ich übernehme Verantwortung für meinen inneren Zustand und die Bedingungen, die ich für mein Alignment brauche. Dadurch werde ich frei, anderen Menschen wirklich zu begegnen. Nicht weil ich sie nicht mehr brauche. Sondern weil sie mir nicht mehr als Quelle für meine eigene Ganzheit dienen müssen. Damit bleibt jeder in seiner Achse und in der Verbundenheit mit seiner Quelle.
Die neue Beziehungslogik ist dann nicht mehr, sich gegenseitig zu managen oder zu verurteilen, sondern sich selbst im eigenen Feld beständig ins Alignment zu führen. Von hier aus wird dann die Beziehung im Sinne aller Beteiligten über Resonanz orchestriert.

An dieser Stelle verändert sich die Grunddynamik von Beziehung schlechthin. Denn, wenn wir andere nicht mehr verändern müssen, und es stattdessen unsere Hauptverantwortung in Beziehungen ist, für unser eigenes Alignment zu sorgen, werden Liebe und Macht zu freien, bedingungslosen Gütern. Damit wird Beziehung frei, sich über Wahl, Resonanz und Wertschätzung zu bewegen.
Und hier beginnt ein neues Kapitel im Thema menschlicher Wertschöpfung schlechthin.
Wohlstand – Das Prinzip von Wertschätzung und Wertschöpfung
Wertschöpfung beginnt für Unity Leadership mit Wertschätzung. Denn, wenn ich nicht in der Lage bin, heute etwas zu finden, das ich aufrichtig wertschätze, werden mich keine zukünftigen, äußeren Veränderungen jemals erfüllen oder zufriedenstellen.
Weil das Leben immer nur Jetzt stattfindet und jeder nächste Moment sich aus dem jetzigen gebiert. Und so nehme ich mich selbst und meinen inneren Zustand in jede Zukunft mit, und bestimme damit mein Erleben jedes zukünftigen Moments. Wertschätzung beginnt also mit der Fähigkeit, Wert überhaupt wahrzunehmen. Weil wir keinen Wert schöpfen können, den wir nicht sehen.
Unsere Fähigkeit des Ursprünglichen Sehens – Wert jenseits der Oberfläche der Dinge und über das Offensichtliche hinaus erkennen, würdigen und fokussieren zu können – hat also weitreichende, persönliche, gesellschaftliche und absolut ökonomische Konsequenzen für unseren ganzheitlichen Wohlstand.
Ganzheitlicher Wohlstand entsteht niemals dort, wo ein Teil eines Systems seinen Wert auf Kosten eines anderen Teils oder Systems erhöht. Wenn ein Unternehmen wächst und seine Menschen dabei ausbrennen, existiert ein blinder Fleck im Wertebewusstsein des Unternehmens und seiner Menschen. Wenn eine Familie gedeiht, indem eine Mutter in ihr verschwindet, gibt es an irgendeiner Stelle Systemblindheit in Bezug auf den Wert des weiblichen Beitrags an der Wertschöpfung der Gesamtheit. Wenn wir Partei ergreifen und damit eine andere Partei zum Gegner machen, fehlt die Fähigkeit, den stets immanenten Wert im Beitrag aller Teile einer Gemeinschaft sehen zu können.
Die Konsequenz ist immer immenser Energieverlust in Kompromissen und Konflikten, die manchmal über Generationen kein Ende finden. Gleichzeitig wächst das ungenutzte Potential für Wertschöpfung. Doch sobald meine Schöpfung wächst, und ich wachse mit ihr, gewinnt das lebendige Ganze an Wert und der ganzheitliche Wohlstand wächst.
In meinem eigenen Leben erkenne ich den grundsätzlichen Schöpfungsprozess inzwischen als einen Zyklus, den ich auf Englisch beschreibe, weil es sich für mich so am natürlichsten anfühlt.
The Seven Steps of Wealth Creation
1. Letting Go of the Effort Seasons
2. Relaxing into Being
3. Remembering My Own Inner Calendar
4. Allowing Reception + Life’s Orchestration
5. Deliberately Creating Inner and Outer Conditions for the Creation to be Nourished and Guarded
6. Allowing Birth through Presence and Primal Vision – seeing and knowing what is there even though it is still invisible to the normal eyes
7. Opening into the Next Cycle of Creation on a Higher Timeline of Wealth
Anschließend beginnt der Zyklus von Neuem. Denn auch alles neu Manifestierte wird irgendwann wieder Kontrast erzeugen. Nicht weil etwas schiefgegangen ist. Sondern weil Leben weiter Leben hervorbringen will.
Die für mich wichtigste Analogie hierfür sind unsere Kinder. Sie sind durch uns gekommen. Und mit ihnen kommen die Veränderung und der Kontrast. Manchmal täglich. Und wenn ich meine eigene Lebendigkeit nicht opfern will, habe ich keine andere Möglichkeit, als mit und an ihnen zu wachsen, oder mich von ihnen zu trennen. Doch Letzteres ist energetisch gar nicht möglich und mental, emotional und physisch selten eine Option.
Evolution bewegt sich nicht rückwärts
Und damit öffnet sich für mich eine weitere Frage. Viele Weisheitstraditionen erzählen davon, dass Menschen Einheit, Verbundenheit oder eine tiefere Wirklichkeit zu früheren Zeiten einmal unmittelbarer wahrgenommen hätten. Ob und in welcher Form dies historische Realität ist, kann ich nicht beantworten. Jedoch sehe ich, wie wir alle bis heute nach mehr Liebe, Verbundenheit, Frieden und Wohlstand auf allen Ebenen streben.
Und ich habe mir die Frage nach dem Sinn einer menschlichen Evolution gestellt, die sich scheinbar aus so etwas wie einer perfekten Welt von Atlantis oder Lemuria, in der alles Leben verbunden schien, in die Trennung entwickelte. Um dann wieder zurückzukehren in die Verbundenheit? Warum?
Die Antwort, die kam, war so verblüffend, wie logisch: Nämlich, dass wir nirgendwohin zurückkehren. Evolution ist immer vorwärtsgerichtet. Und das Erleben von Trennung in all ihren oft kaum erträglichen Ausdrucksformen ist die evolutionäre Voraussetzung für das Erschaffen einer neuen Verbundenheit, die nicht mehr nach Gleichheit verlangt. Weil Andersartigkeit und Vielfalt ihre Bedrohlichkeit verlieren.
Dies geschieht, weil diese Verbundenheit ausdrücklich auf der Kraft, Souveränität und Einzigartigkeit des Individuums gründet. Und diese Bewegung ist gerade überall auf der Welt in allen Bereichen des Lebens sehr wahrnehmbar.
Das ist keine neue Egozentrik. Es ist Essenzbewegung. Damit schaffen wir auch die Voraussetzung für Verbundenheit mit Leben außerhalb unseres Planeten. Was schwierig bleibt, solange wir unsere menschlichen Unterschiede noch als bedrohlich empfinden.
Und wir können damit beginnen, jeden Kontrast in seiner Essenz zu würdigen. Nicht, indem wir den Schmerz, den er verursacht, verneinen oder wenn nötig keine klaren Grenzen setzen. Doch indem wir offen dafür bleiben, die Möglichkeiten für mehr Lebendigkeit zu sehen, in die jede Verletzung einlädt.
Frau und Mann
Eines der wichtigsten und tiefgreifendsten menschlichen Entwicklungsfelder in diesem Kontext liegt dort, wo Leben immer wieder beginnt, nämlich in der Beziehung zwischen dem Weiblichen und dem Männlichen.
Über lange historische Zeiträume waren für Frauen Liebe, Sicherheit, gesellschaftliche Legitimität, materielle Ressourcen und Macht innerhalb der bestehenden Systeme an ihre Beziehung zu Männern gebunden.
Damit bedeutet männliche Aufmerksamkeit bis heute weit mehr als Romantik.
Und wenn Zugang zu grundsätzlichen, menschlichen Urkräften wie Liebe und Macht als etwas vermittelt wird, das an Bedingungen geknüpft ist, und als begrenzt erlebt wird, entstehen Konkurrenz und Dynamiken, die uns von unserer Essenz entfernen. Das wirkt für Frauen und Männer gleichermaßen. Denn welcher Mann kann noch entspannt Mensch sein in einem System, das ihn explizit und implizit zur Quelle aller Bedürfnisse seiner Frauen und ihrer Kinder erklärt?
Doch was geschieht, wenn Frauen, statt Männern innerhalb unserer alten Systeme und Dynamiken nachzueifern, Liebe und Macht wieder an ihre eigene innere Quelle anbinden? Es würde Männer nicht überflüssig machen. Sondern es würde uns als Menschen die Grundlage liefern, einander überhaupt erst jenseits von Ansprüchen und Konkurrenz wirklich zu begegnen.
Aus dieser Perspektive bekommt auch Konkurrenz eine andere Bedeutung. Denn sie beginnt nicht erst mit objektiver, physischer Knappheit. Sie beginnt eher dort, wo wir die Quelle dessen, was wir zum Leben brauchen, vollständig außerhalb unserer selbst lokalisieren und deshalb glauben, es gegen andere absichern zu müssen.
Konflikte und Kriege sind aus dieser Perspektive nicht notwendigerweise der Ursprung dieser Logik. Sie könnten zwei ihrer äußersten Manifestationen sein.
Midlife
Die wesentlichen Impulse für die Anwendung unseres ursprünglichen wie auch neuzeitlichen, planetaren Wissens entspringen der gelebten Erfahrung, der Verkörperung und einer tiefen inneren Verbundenheit – Qualitäten, die traditionell im weiblichen Prinzip verankert sind und heute von Menschen aller Geschlechter neu belebt werden.
Ein entscheidender Katalysator für diese Impulse scheint mir das, was wir heute Menopause nennen, zu sein. Sie, mit all ihren Symptomen, ist eine Kraft, die niemand ignorieren kann. Denn sie ist gleichermaßen natürlich und unabwendbar wie das Wetter. Und sobald wir Frauen sie nicht mehr – im doppelten Sinne – behandeln wie etwas Unerwünschtes und Überflüssiges, findet diese Kraft ihre Spur.
Und daher werden das Phänomen Menopause und die Art, wie wir Frauen sie begreifen und nutzen, in den kommenden Jahrzehnten vermutlich mehr Einfluss auf unsere menschlichen Beziehungen und damit auf die Grundlagen unserer gesellschaftlichen Ordnung nehmen, als alle Weisheitstraditionen und Forschungsansätze zusammen.
Menopause könnte der Katalysator für das Wiederfinden unserer tiefen, menschlichen Klarheit und heiligen Werte sein – jenseits oberflächlicher Themen und Kompromisse, die niemanden in der Tiefe befriedigen. Ich bin daher überzeugt, die zweite Lebenshälfte – und insbesondere die Lebensmitte von Frauen – ist keine Phase des Verlusts. Sie ist eine Schwelle der Neuverbindung und Neuschöpfung.
Eine Frau, die einen großen Teil ihres Lebens innerhalb äußerer Zeitlinien und Rhythmen gelebt hat – Familie, Karriere, Partnerschaft, Kinder, gesellschaftliche Erwartungen, Attraktivität, Leistung, Versorgung – kann beginnen, etwas wieder und neu zu entdecken: Die Quelle ihrer eigenen Führung für Leben, Liebe und Macht.
Sie erinnert ihren eigenen inneren Kalender. Sie beginnt wieder über das physische hinaus aus ihrer inneren Quelle zu sehen. Sie übernimmt Verantwortung für die Bedingungen ihres eigenen Seins. Liebe und Macht verbinden sich. Nicht über Vereinbarungen im Außen. Über das Erinnern und Weitergeben im Innen.
Ziemlich sicher hat das Konsequenzen nicht nur für das persönliche Leben einer Frau, sondern gleichzeitig für jeden Menschen, der durch eine Frau ins Leben kommt, und/oder Teil ihrer Welt ist. Für Männer, die dieser Bewegung nicht ausweichen, sondern sie für ihre eigene Präsenz und innere Ausdehnung nutzen, wird die zweite Lebenshälfte ebenfalls zu einer Zeit großer Tiefe, Kraft, Weisheit und Erneuerung werden.
Eine mögliche, nächste Evolutionsbewegung
Daher glaube ich, dass die nächste Bewegung menschlicher Entwicklung nicht zurück in eine verloren geglaubte Einheit geht. Ich glaube, sie bewegt sich weit darüber hinaus auf eine Ebene unseres Bewusstseins, auf der wir Einheit nicht mehr an Gleichheit knüpfen.
Stattdessen erkennen wir Einheit als natürliche Konsequenz unserer vielfältigen, authentischen und verkörperten, individuellen Einzigartigkeit. Und umgekehrt. Und wir lernen, diese Vielfalt und jeden Kontrast, den sie produziert, als Grundbedingung für unsere Existenz und Lebendigkeit wertzuschätzen, anstatt sie zu unterdrücken.
Unity Leadership wird damit zur Fähigkeit und Praxis, die Einheit innerhalb der Polarität zu sehen, und aus dieser verbundenen Perspektive heraus Entscheidungen zu treffen, die uns selbst und dem Leben in seiner Gesamtheit dienen.
